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FM4 Frequency
Freitag, 17. August 2007

FM4 Frequency
"Okay, was ist los hier? Lasst mich raten: Wir spielen zwischen zwei deutschen Bands, und ihr seid verdammt gelangweilt. Hat vielleicht jemand etwas in eure Wiener Schnitzel gesteckt?" – Bandleader Trent Reznor von den „Nine Inch Nails“ war leicht unzufrieden mit seinem Publikum und traf mit seiner Vermutung den Nagel auf den Kopf: Die Berliner „Beatsteaks“ waren vorher dran, „Die Ärzte“ danach.

Dabei war das Lineup des FM4 Frequency-Festivals am Salzburgring geradezu gespickt von hochkarätigen internationalen Artists: „Kaiser Chiefs“, „Snow Patrol“, „Billy Talent“, „Mika“... die Liste war lang. 60 Konzerte versorgten die rund 120.000 Gäste der zur Musik-Arena verwandelten Rennstrecke nahe Salzburg – ein Event, das angesichts des berühmtesten Sohnes der Stadt, Wolfgang Amadeus Mozart würdig erschien.

Anfangs hatte das Festival noch mit diversen Absagen zu kämpfen: Die alternative Metal-Band „Tool“, Headliner des ersten Tages, musste kurzfristig absagen, nachdem Sänger Maynard James Keenan an einer Kehlkopfentzündung erkrankt war. Auch „Chris Cornell“, „+44“ und die „Manic Street Preachers“ sagten kurzfristig ihre Auftritte ab. Dem Kartenverkauf schien diese Tatsache nichts anzuhaben, das Frequency war auch in diesem Jahr wieder restlos ausverkauft. Deutlichstes Zeichen dafür auch die überfüllten Campingplätze, die für viele Angereiste das eigentliche Highlight in Sachen Party waren. Wer allerdings angesichts eines Eintrittspreises von knapp 100 Euro auf das hochklassige Lineup verzichtete, war wohl selbst schuld. Der Alkohol floss natürlich auch wieder in rauen Mengen, was den zahlreichen Helfern des Österreichischen Roten Kreuzes vor Ort die meisten der rund 1.500 Einsätze bescherte.

Auch gelegentliche Regenschauer, die das Festivalgelände immer wieder heimsuchten, konnten keine Stimmungstiefs verursachen. Neu in diesem Jahr: Die Konzerte dauerten zum ersten mal in der 6-jährigen Festival-Geschichte bis in die frühen Morgenstunden, „Die Ärzte“, Hauptact eigentlich am Donnerstagabend, begannen ihre Show erst Freitagmorgen um halb ein Uhr und spielten bis halb drei Uhr früh. Dementsprechend passend war auch die Begrüßung: "Guten Morgen, wir sind die beste Band der Welt." Die Verabschiedung von „Bela B.“ wanderte dann etwas unter die Gürtellinie: "Ihr könnt mich mal, ihr Penner! Ich muss jetzt schnackseln gehn!“ Die Fans nahmen ihnen die sympathischen Beleidigungen nicht übel und feierten die Band wie wild.

Das Abschlusskonzert am Freitagabend war dann den Berliner Jungs von „Seeed“ gewidmet, welche mal wieder zeigten, dass sie nicht umsonst den Titel „eine der besten Livebands“ tragen. Bis in die frühen Morgenstunden machten sie mit allen großen und kleinen Hits die Nacht zum Tag und den kühlen Freitag zur hitzigen Tanzorgie. Auch Frontsänger Demba Nabé aka „Ear“, jüngst auch als „Boundzound“ unterwegs, gab seinen Solohit „Louder“ zum besten, natürlich unterstützt von seinen 10 Seeedkollegen.
 
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